Claus Obermeier

 

Wolf

In Deutschland leben seit 1996 wieder Wölfe. Standorttreue Wolfspaare / Rudel leben in Bayern derzeit im Nationalpark Bayerischer Wald, auf dem Truppenübungsplatz in Grafenwöhr und im Veldensteiner Forst. Wölfe sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz und Europäischem Naturschutzrecht besonders / streng geschützt und jede Nachstellung, Tötung etc. ist bei hohen Strafen verboten. Die zuständigen Behörden können aber im Einzelfall Entnahmen anordnen, zum Beispiel zur Abwehr drohender Gefahren oder schwerer wirtschaftlicher Schäden.

Aktionsplan Wolf

Der "Bayerischer Aktionsplan Wolf" regelt als Managementplan den Umgang mit einer zunehmenden Anzahl von wandernden, standorttreuen und reproduzierenden Wölfen in Bayern. Zielsetzung ist es, auftretende Konflikte durch gezielte Managementmaßnahmen zu minimieren. Er stellt den erreichten Arbeitsstand März 2019 dar. Diverse Regelungen sind nach Ansicht der Bayerischen Naturschutzorganisationen und renommierter Rechtsgutachter fachlich nicht tragfähig, teils nicht mit dem Bundesnaturschutzgesetz vereinbar und können daher voraussichtlich nicht rechtssicher angewendet werden.

Trotz langjähriger Ankündigungen und dringendem Bedarf hat die Bayerische Staatsregierung bisher noch keine Förderrichtlinie für den Herdenschutz vorgelegt, um Weidetierhalter beim Aufbau von Schutzmaßnahmen zu unterstützen. In fast allen Bundesländern mit dauerhaftem Wolfsvorkommen liegen derartige Förderprogramme vor.

National und international bewährte Schutzmaßnahmen vor Wolfsangriffen auf Weidetiere sind:

·        Elektro-Netzzäune, bodennahe Leiter müssen ausreichend Strom führen, um ein Untergraben zu verhindern. Empfohlene Mindesthöhe: 120 cm (vorhandene Netzzäune können mit zusätzlichem Übersprungschutz aufgerüstet werden)

·        Maschendrahtzäune mit Untergrabe- und Übersprungschutz

·        Herdenschutzhunde

Aktionsplan Wolf: https://www.lfu.bayern.de/download/aktionsplan_wolf.pdf 

 

 

 

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Berichtigungen zur aktuellen Version


Stand Änderung Bayerisches Naturschutzgesetz (Volksbegehren): 1. Lesung angekündigt für 8.Mai