Claus Obermeier

 

Blühprojekte

In der freien Natur sollen keine standortfremden Samen oder Pflanzen ausgebracht werden, dies ist ein naturschutzfachlich schädlicher Eingriff in das Ökosystem und kann zu großen Problemen (Beispiel: genetisches Verdrängen bedrohter Lokalrassen, Verschiebung des Artenspektrums zugunsten von einzelnen Zuchtformen etc.) führen. Vielmehr soll soweit Ansaaten erforderlich sind lokal aus der Natur gewonnenes Saat- oder Pflanzgut verwendet werden.

Das Ausbringen von industriell hergestellten Samenmischungen etc. in der Natur ist ab 1.3.2010 nicht bzw. nur mit behördlicher Genehmigung gestattet. Für Renaturierungsprojekte etc.  sollen regional gewonnenen Saat- bzw. Pflanzgut lokal vorkommender Arten verwendet werden.

Blühprojekte im Ackerland

Im Zuge der Debatten um das Volksbegehren Artenvielfalt entdeckten der Bayerische Bauerverband und zahlreiche Landwirte kommerzielle Blühprojekte als vermeintliche „Marktlücke“. Der LBV stellt daran folgende Mindestanforderungen, damit sie aus Naturschutzsicht empfohlen werden können:

·        Mindestbreite von 10 bis 15 Metern

·        Dauerhafte Anlage über einen Zeitraum von mindestens 3 besser 5 Jahre

·        Bodenbewirtschaftung wie Mulchen, Düngung und Pestizideinsatz muss in diesem Zeitraum unterbleiben

·        Verwendung von einheimischem (autochthonem) Saatgut oder Fläche nutzungsfrei liegen lassen

·        Der Preis für die Patenschaften sollte höchstens das doppelte der Fördersätze des Kulturlandschaftsprogrammes betragen (6 € pro 100 qm)

·        Überprüfbarkeit: schriftliche Vereinbarung zwischen Paten und Landwirt, in der die Fläche und Laufzeit exakt benannt sind

       

Weitere Infos dazu enthält das Hintergrundpapier des LBV:  https://www.lbv.de/naturschutz/standpunkte/landwirtschaft/bluehstreifen-im-ackerland/

 

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Berichtigungen zur aktuellen Version


Stand Änderung Bayerisches Naturschutzgesetz (Volksbegehren): 1. Lesung angekündigt für 8.Mai